Ringvorlesung: „Kriegstüchtig“ oder „friedensfähig“? Eine Orientierungssuche

Eine Orientierungssuche

verschiedene

Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen

Die Zeiten ändern sich. Aber was ändert sich tatsächlich, und was bleibt eigentlich im Althergebrachten stecken? Ist es schlicht unsere Wahrnehmung, die sich ändert? Durch die sog. sozialen Medien beeinflusst? Erstarren wir gerade in Polarisierungen?

Objektiv setzte sich auch in 2025 ein langfristiger Trend fort: Der globale Frieden gerät weiter unter Druck (Global Peace Index 2025). Die Nähe des Krieges in der Ukraine ist sicherlich eine der Ursachen für eine veränderte Wahrnehmung der Sicherheitslage in unserer Gesellschaft. Alte Feindbilder werden reaktiviert. Die freundschaftlichen Beziehungen zu den USA werden zunehmend brüchig.

Die sicherheitspolitischen Debatten – nicht nur in Deutschland – folgen einer Kriegslogik und scheinen angstgesteuert. Die Folgen sind eine Eskalation in der Feinbildrhetorik und eine weltweite Aufrüstung auf Kosten sozialen Gerechtigkeit und der Klimafürsorge.

In Deutschland haben die katholische und die evangelischen Kirchen auf diese Situation mit „Friedensdenkschriften“ reagiert. Aber geben auch diese schlicht der Sicherheitslogik Vorrang vor einer Friedenslogik? Wo werden alternative Ansätze diskutiert?

Die breite Wehrdienstdebatte ließ die Option der Kriegsdienstverweigerung weitestgehend aus. Berichterstattungen aus Kriegs- und Krisengebieten sind ambivalent und oft ungesichert. Analysen zu Kriegsursachen interessieren kaum noch.

Wie könnte es wieder zu Entfeindungen kommen? Wie können Wissenschaft, Kunst und die Zivilgesellschaft auf diese gefährliche Situation reagieren?

In dieser Ringvorlesung machen wir uns auf die Spurensuche, um ethische Orientierung zu finden, politische Aktionsmöglichkeiten zu entdecken, psychische Dynamiken zu verstehen.

donnerstags 19:00 – 20:30 Uhr, digital – Zoom